DDR 60 - Margot Honecker feiert den Unrechtsstaat

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Xisco
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DDR 60 - Margot Honecker feiert den Unrechtsstaat

Mensaje por Xisco el Sáb Dic 25, 2010 10:29 pm



Margot Honecker - Ehefrau des verstorbenen Erich Honeckers ist bekannt als vekrnöcherter sozialistischer SED-Parteikader. Mittlerweile ist die Dame 82 Jahre jung und ist sich nicht zu schade, auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR die damalige menschenverachtende totalitäre Diktatur zu einer sozialistischen Kuschelutopie zu verklären. Auch an ihren Händen klebt indirekt das Blut Tausender, die an der Grenze zusammengeschossen wurden oder in den Stasiknästen gefoltert wurden. Nicht umsonst entzieht sie sich bis heute dem Wirkungsbereich der deutschen Justiz.

Sie hat offenkundig nichts dazugelernt: 20 Jahre nach dem Mauerfall feiert Margot Honecker weiterhin den Arbeiter- und Bauernstaat - und meint einen "großen Feldzug gegen die sozialistische DDR" ausgemacht zu haben.

Die Kameraführung ist miserabel, der Ton mäßig, die Einleitung fehlerhaft - und doch verbreitet sich das Privatvideo in Windeseile. Es muss an der Protagonistin liegen und an ihrer geschlichtsklitternden, weltfremden Ansprache.

In einem auch bei YouTube aufgetauchten Video behauptet Margot Honecker, 82, insgesamt 50 Prozent der Ostdeutschen ginge es im Kapitalismus schlechter als früher und sie erinnerten sich an die "schöne Zeit (...) in unserer DDR".

Die Witwe von Erich Honecker, die in Santiago de Chile lebt, ist in dem Film bei einer privaten Feier vor einer DDR-Fahne zu sehen.

"Sie können machen, was sie wollen, es ist nicht totzukriegen", sagt sie in dem Video in Bezug auf die DDR. Margot Honecker war mehr als Vierteljahrhundert lang - von 1963 bis zum Herbst 1989 - DDR-Volksbildungsministerin. Sie galt als dogmatisch und manchen Beobachtern auch als heimliche Machthaberin im Arbeiter- und Bauern-Staat. Seit 1992 lebt sie im chilenischen Exil.

Ihr Mann Erich lebte nach der Einstellung seines Prozesses wegen der Mauertoten nur noch kurz bei ihr, er starb 1994. Chile hatte die Honeckers in einem "humanitären Akt" in Erinnerung an solidarische DDR-Zeiten aufgenommen. Anfang der siebziger Jahre waren Tausende Pinochet-Flüchtlinge in die DDR gekommen. Margot Honecker konstatierte nun einen "großen Feldzug gegen die sozialistische DDR".

Deutsche Kampflieder

Offensichtlich hielt die Pensionärin ihre Rede bei einer Feier in Chile zum Jahrestag der DDR-Gründung vor 60 Jahren am 7. Oktober 1949. Die Runde in dem Video singt auch deutsche Kampflieder.

40 Jahre DDR hätten Spuren hinterlassen, auch in Deutschland, sagt Honecker in dem Film. "Alles, was wir geschafft haben in 40 Jahren, das ist nicht mehr wegzukriegen." Noch im August 1989 hatte ihr Mann Erich als Staats- und Parteichef erklärt: "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf."

Sie sei mit Blick auf politische Veränderungen und "eine andere Gesellschaft" optimistisch, sagt Margot Honecker. Mit der "Arbeiterklasse" werde es weiter bergab gehen, es werde mehr Arbeitslose und mehr soziale Abstriche geben. "Das wird man nicht mehr hinnehmen."

Honecker hat offenkundig die Bundestagswahl aufmerksam verfolgt. Die CDU als "Partei der Bourgeoisie" habe Stimmen verloren und gehe nun eine Koalition mit der "Partei der Unternehmer", der FDP, ein, kommentiert sie in dem Film den Wahlausgang. Aber die linke Partei habe einen Stimmenzuwachs geschafft.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), kritisierte den Auftritt. Er forderte am Freitag im Fernsehsender N24: "Ich finde, man muss sich offensiv damit auseinandersetzen, dass Sozialismus eben keine Option ist." Man müsse sich davon verabschieden, dass diese Idee in der DDR gut gewesen und nur schlecht umgesetzt worden sei.



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